Sprachstörungen 2018-10-14T12:32:56+00:00

Sprachstörungen

Hier sind die sogenannten rezeptiven Sprachkompetenzen betroffen. Dazu gehört das Sprachverständnis, der Wortschatz, die Grammatik

 und Sprachstruktur, die Hörverarbeitung und das Gedächtnis.

Wir haben für Sie die Sprachstörungen in folgende Diagnosegruppen unterteilt:  

 

Der Wortschatz, die Satzbildung und/oder das Verstehen der Sprache ist nicht altersgemäß entwickelt.

Die Ausprägungen reichen von leichten Symptomen, wenn z.B. Aufträge nicht richtig entschlüsselt werden, bis zu einem sehr späten Sprachbeginn.

Selten gibt es nur eine Ursache. Meist ist es eine Verkettung verschiedener Einflüsse:  z.B. Veranlagung, häufige Erkrankung der Ohren, mangelnde oder auch überfordernde Sprachumgebung, emotionale Belastung oder Ängste, lange Krankheit, Geschwister-konstellation.

Die Störung kann vom Kleinkindalter bis zum Jugendalter auftreten.

Das Kind wendet einzelne Laute oder Buchstaben nicht richtig an, obwohl es sie aussprechen kann. Man spricht dann auch von einem „falschen Regelwerk“.

Eine leichte Ausprägung liegt vor, wenn nur einzelne Laute oder Buchstaben vertauscht werden, eine starke, wenn das Kind nicht verstanden wird.

Häufig liegt ein Hör- oder Hörwahrnehmungsproblem vor (vgl. die nächste Diagnose). Meist kommen weitere Ursachen hinzu, etwa Schwierigkeiten beim Erkennen und Anwenden von Reihenfolgen, z.B. auch bei Zahlen.

Die Störung kann vom Kleinkindalter bis zum Jugendalter auftreten.

Das Gehörte kann nicht richtig umgesetzt werden, obwohl der Hörtest unauffällig war. Dadurch können z.B. ähnlich klingende Laute oder Buchstaben wie p/t/k nicht unterschieden werden.

Dass etwas falsch verstanden wurde, ist nicht direkt beim Sprechen, sondern nur indirekt über fehlerhaftes Verhalten zu erschließen, so beim Spiel oder in der Schule bei einzelnen Leistungen (z.B. Rechnen, Gedächtnis) und im Umgang mit anderen.

Ursachen können sein: häufige Mittelohrentzündung, Erkältung, genetische Faktoren, Hirnschädigungen im Zusammenhang mit der Geburt, aber auch psychosoziale Gründe wie Erziehungsstil oder zu wenig Eigeninitiative und Bewegung.

Die Störung kann vom Kleinkindalter bis ins Erwachsenenalter auftreten.

Diese Diagnose muß man etwas genauer umschreiben, da sie ein breites Feld abdeckt. Grundsätzlich heißt „Aphasie“: Sprachverlust nach Spracherwerb.

Welche sprachlichen Leistungen betroffen sind, wird im Einzelfall beurteilt. Es gibt Untergruppen, bei denen vorwiegend die Sprache betroffen ist, aber auch das Sprechen. Darum finden Sie die gleiche Diagnose auch unter Sprechstörungen.

Ist die Sprache betroffen, fällt häufig der Wortabruf schwer, besonders von Namen, oder Worte werden nicht richtig angewandt. Oft ist der Satzbau nur sehr kurz, nicht korrekt oder es werden nur Floskeln aneinandergereiht. Manchmal können Erlebnisse nicht mehr mühelos nacherzählt werden oder derjenige erinnert sich gar nicht mehr an jüngste Ereignisse. Das sogenannte Kurzzeitgedächtnis funktioniert nicht, obwohl aus der weiter zurückliegenden Vergangenheit genaue Details beschrieben werden können.

Ist der Betroffene stark beeinträchtigt, kann er sich nicht mehr äußern, verwendet nur noch Silben oder scheint Wörter zu erfinden.

Meist ist die Ursache ein Schlaganfall und tritt im Erwachsenenalter auf, und das nicht erst im Seniorenalter.

Lese- und Rechtschreibschwäche. Es fällt  schwer, lesen und schreiben zu lernen, oder man verlernt es im Erwachsenenalter.

Häufige Beobachtungen sind: viele Lese- und Schreibfehler, geringes oder stockendes Lesetempo, Vertauschen der Buchstabenreihenfolge (Weise/Wiese) oder der Ober- und Unterlängen (p/b, q/d) bzw. der Seiten (d/b, p/q), Verwechseln lautähnlicher Buchstabengruppen (singen/siegen), Auslassungen (größer/größerer).

Ursachen können genetische Faktoren sein oder Wahrnehmungsstörungen, auch eine vorausgegangene Sprachentwicklungsstörung, ein Schlaganfall oder eine hirnorganische Erkrankung. Mit mangelnder Intelligenz besteht kein Zusammenhang.

Die Störung kommt in allen Altersstufen vor.

Die Störung äußert sich in Problemen bei der Wortfindung. Die Sätze werden immer kürzer und fehlerhafter. Der Patient verstummt allmählich.

Ursachen sind die diversen Formen der Demenz, Alzheimer sowie Erkrankungen mit demenziellen Begleiterscheinungen. Sie können im Erwachsenenalter auftreten.