Sprechstörungen 2018-10-14T12:16:05+00:00

Sprechstörungen

Dabei ist die motorische Umsetzung des Sprechens beeinträchtigt. Dazu gehört die Artikulation, das Sprechtempo und der Redefluss.

Wir haben für Sie die Sprechstörungen in folgende Diagnosegruppen unterteilt:  

Diese Diagnose muss man etwas genauer umschreiben, da sie ein breites Feld abdeckt. Grundsätzlich heißt „Aphasie“: Sprachverlust nach Spracherwerb.

Welche sprachlichen Leistungen betroffen sind, wird im Einzelfall beurteilt. Es gibt Untergruppen, bei denen vorwiegend das Sprechen betroffen ist, aber auch die Sprache. Darum finden Sie die gleiche Diagnose auch unter Sprachstörungen.

Durch Lähmungen nicht nur der äußeren, sondern auch der Muskulatur im Mundinneren, z.B. Zunge oder Gaumensegel, wird die Aussprache undeutlich. Manchmal verwechseln Betroffene auch die Laute/Buchstaben, da sie die Bewegungsabfolge nicht mehr steuern können.

Es kommt oft zu Kombinationen mit den im Folgenden beschriebenen Diagnosen „Dysarthrie“, „Sprechapraxie“ und „Facialisparese“.

Manchmal sind nur leichte Schwächen in der Artikulation wahrnehmbar, manchmal kann der Betroffene sich nicht mehr äußern.

Meist ist die Ursache ein Schlaganfall und tritt im Erwachsenenalter auf, und das nicht unbedingt erst im Seniorenalter.

Die Aussprache einzelner oder mehrerer Laute/Buchstaben ist nicht korrekt.

Die weitläufig bekannteste Ausspracheschwäche ist das Lispeln, also das [s] klingt falsch. Hierbei wird unterschieden, ob der Laut auf eine falsche Art und Weise umgesetzt wird, ob er ausgelassen wird, oder ob er komplett von einem anderen Laut ersetzt wird. Letzteres passiert zum Beispiel beim [r], das durch [l] ersetzt wird.

Ursache kann eine feinmotorische Schwäche der Zungen- Lippen- oder Kiefermuskulatur sein, z.B. durch langjährigen Schnullergebrauch. Es kann aber auch an einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte, an Polypen oder an anderen Verletzungen liegen. Ebenso kann eine Hör- oder Hörwahrnehmungsproblematik ursächlich sein.

Die Störung tritt vorwiegend im Kindesalter auf.

Der Patient hat Schwierigkeiten, Wörter oder Sätze auszusprechen.

Bei einigen tritt erst nach längeren Gesprächen eine unübliche Sprechanstrengung auf, andere haben schon gleich beim Aussprechen einzelner Wörter Probleme.

Die Störung kann bei allen Altersgruppen nach Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Kinderlähmung oder bei Gehirnanomalie, Spastik oder Parkinson auftreten.

Die zur Aussprache nötigen Muskelbewegungen lassen sich nicht ausreichend abrufen.

Die Störungen reichen von leichten Unsicherheiten in längeren Gesprächen bis zu Suchbewegungen, um nur einen einzigen Laut auszusprechen.

Als Ursachen kommen in Frage: Schlaganfall, Schädelhirntrauma, Myom, einige Behinderungsformen oder eine dementielle Erkrankung, und zwar in allen Altersgruppen.

Es liegt eine Lähmung des Gesichtsnervs vor.

Die Lähmung kann nur einzelne Muskeln betreffen, z.B. die linke Oberlippe, oder mehrere Muskeln bis hin zu dem Fall, dass eine gesamte Gesichtshälfte unbeweglich ist. Diese Unbeweglichkeit setzt sich auch im Mund fort, so dass die Aussprache undeutlich wird.

Ursachen können neben einigen Behinderungsformen die Folgen eines Schlaganfalls, einer Krebsoperation, einer Nerven- oder Ohrenerkrankung, einer Zahnbehandlung oder eines Unfalls sein.

Die Störung kann in allen Altersgruppen auftreten.

Es zeigen sich Schwierigkeiten im Redefluss, häufig verbunden mit Schwierigkeiten beim Atmen.

Die Ausprägungen reichen von der Schwierigkeit, einzelne Wörter ohne Mitbewegungen auszusprechen, bis hin zu den typischen Silbenwiederholungen.

Selten lässt sich – vor allem bei Kindern – nur eine Ursache angeben. Bei Erwachsenen kann ein Trauma oder eine Erkrankung wie Parkinson die Ursache sein.

Beim Poltern ist der Redefluss zu schnell, manchmal auch mit Stottern verbunden.

Von ungewöhnlich schnellem, nicht beeinflussbarem Sprechtempo reicht die Skala bis hin zu völlig unverständlichem Redestrom.

Polterer gibt es in allen Altersgruppen. Die Ursachen sind dieselben wie beim Stottern.

Der Patient spricht Wörter meist unregelmäßig fehlerhaft aus.

Die Störung kann von der Schwierigkeit, bestimmte Konsonantenverbindungen auszusprechen (z.B. pl, kn), bis zu unverständlichen Lautverbindungen führen.

Ursache ist die fortschreitend abbauende (degenerative) Erkrankung bestimmter Gehirnregionen, die vor allem im Erwachsenenalter auftreten kann.